Kontinenztherapie für Kinder

Bei vielen einnässenden Kindern bzw. Kindern mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen liegt eine sog. Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie (DSD) zugrunde. Dies ist ein Fehlverhalten während des Wasserlassens (med.: Miktion).

Während des Miktionsvorgangs zieht sich normalerweise der Blasenmuskel bei gut gefüllter Blase zusammen, während sich gleichzeitig die Beckenbodenmuskulatur entspannt, um den Abfluss des Urins durch die Harnröhre zu ermöglichen.

Mädchen lächelt in die Kamera

Bei manchen Kindern jedoch ist dieses übliche Zusammenspiel (Blase spannt an, Beckenboden entspannt) gestört. Das Kind spannt während des Wasserlassens den Beckenboden an, was den Abfluss des Urins verhindert. Umgekehrt fehlt nachts häufig die Kontrolle, der Beckenboden entspannt und Urin fließt aus der gut gefüllten Blase ab.

Junge lächelt in die Kamera

Abhilfe schaffen kann hier ein kindgerechtes, sog. Biofeedbacktraining. Im Adduktorenbereich (Innenseite Oberschenkel) geklebte Elektroden zeichnen während des (versuchten) Wasserlassens die Muskelpotentiale des Beckenbodens auf und geben diese an ein angeschlossenes Messgerät weiter, welches diese Signale wiederum über eine kindgerechte, spielerische Animation auf dem Bildschirm des Messgeräts darstellt. Das Kind wird also spielerisch dazu angehalten, den Beckenboden während des Miktionsvorgangs zu entspannen und kann diesen Lerneffekt während der Phase des Wasserlassens selbst überprüfen.

Mikti2

Gerät: Mikti2 mit Elektroden

Nach einigen Wochen der Therapie sollte das Kind i.d.R. ein ausreichendes Bewusstsein für den Beckenboden entwickelt haben. Probleme mit dem Wasserlassen als auch nächtliches Einnässen sollten von nun an vermieden werden können.

Da die Gründe für kindliche Probleme beim Wasserlassen jedoch vielschichtig sein können, ist eine vorherige fachärztliche Untersuchung unabdingbar.

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